Eiweißriegel, Proteinriegel, Proteinbar.

Diese Snacks sollen Dir bequem Eiweiß liefern, welches gut schmeckt, welches satt macht und für ernährungsbewusste Sportler eine sinnvolle Zwischenmahlzeit darstellt. Das Versprechen der Hersteller ist dabei ein immer sehr hoher Eiweißgehalt. Gepaart mit Ballaststoffen und „wertvollen“ Kohlenhydraten würden Dir und Deinem Körper diese Riegel sehr gut tun.

Proteinriegel

Quelle: http://www.trainsane.ch/wp-content/uploads/2015/09/Quest.png

Aber fragst Du Dich vielleicht nicht auch mal ab und zu, wie die Hersteller es schaffen, so viel Eiweiß in eine so kleine Mahlzeit zu packen? Da ist von Werten, wie 20-30% Eiweiß pro Riegel die Rede.

Zum Vergleich: Quark hat einen Eiweißgehalt von etwa 13%.

Stimmt da vielleicht irgendwas nicht?

Die Antwort auf diese Frage findest Du auf der Verpackung der Riegel selbst. Bei den Inhaltsstoffen kannst Du einen relativ klaren Überblick bekommen, ob Du in Deinen Händen eine gute Quelle für Deine Proteinzufuhr gefunden hast. Es könnte ja zum Beispiel sein, dass von der großen Menge Eiweiß in einem Riegel nur ein Bruchteil überhaupt vom Körper verwertbar ist.

Die Verwertbarkeit ist entscheidend.

Milch- und Molkeprotein (besonders Whey-Protein und Isolat-Protein) sind immer gut für den Körper. Bei Eiweiß aus Soja und anderen Pflanzen ist dies schon schwieriger; Soja zum Beispiel wird 20% schlechter aufgenommen als Molkeprotein.²

Aber die größte Unverwertbarkeit verbirgt sich hinter Kollagen.

Kollagen, Kollagenhydrolysat, Gelatine, hydrolisierte Gelatine: Alles dasselbe! Hydrolysat beziehungsweise hydrolisiert bedeutet nur, dass vorher ein biochemisches Verfahren angewendet wurde, um Aminosäuren für den Körper besser zugänglich zu machen.³ Aber wo nichts ist, kann auch nichts werden! Ganz tückisch ist jetzt folgender Punkt: Diese Stoffe weisen grundlegende Eiweißstrukturen auf, wodurch sie in den Inhaltsstoffen eines Proteinriegels als Eiweiß deklariert werden können.

Aber diese Stoffe sind absolut wertlos für den Körper.

Kollagen ist ein Stoff, der aus Hufen, Nägeln und Haare gewonnen werden kann. In Knochen ist es auch vorzufinden.²³ Aber niemand würde auf die Idee kommen, geriebene Rinderfußnägel zu essen. Zwar würde man damit ganz viel Eiweiß runterschlucken, aber dieses kann wegen seiner geringen Wertigkeit gar nicht aufgenommen werden, wodurch es nach ein paar Stunden einfach unten wieder rauskommen würde.

Ganz schön unfair!

Da bezahlst Du im Geschäft mehr, weil Du Dich für den teureren Proteinriegel entschieden hast, da der nochmal doppelt so viel Eiweiß enthalten soll wie die anderen. Aber letztlich hast Du sogar weniger verwertbares Eiweiß erhalten. (Ganz dreistes Beispiel: IronMaxx Eiweißriegel)

Eine weitere Frechheit: Der Preis. Etwa 2,50€ für  eine 100g-schwere Eiweißlüge. Nicht vertretbar.

Ich kann es nochmal wiederholen. Die Wertigkeit/Verwertbarkeit eines Riegels ist entscheidend.

Wenn Du nun einen Proteinriegel mit einem guten Eiweißprofil gefunden hast, betrachte die Kohlenhydrat- und Zuckerbilanz.

Polydextrose – Proteinriegel

Auch etwas, wofür man eigentlich kein Geld bezahlen würde. Dieser Stoff ist ebenfalls absolut unverdaulich für den Körper und wirkt ab einer gewissen Menge abführend. Polydextrose gilt ledgilich als Füllstoff, damit der Riegel auch eine Konsistenz hat und nicht in seine „gesunden“ Bestandteile zerfällt.³² 

Übrigens: Polydextrose wird bei den Nährwertangaben als Ballaststoff gelistet. Es ist also kein gutes Zeichen, wenn ungewöhnlich viele Ballaststoffe in einem Riegel drin sind. 

Lass Dich nicht an der Nase herumführen. Beachte aber auch, dass es wahrscheinlich kaum möglich ist, einen Riegel ohne Polydextrose oder Gelatine zu bekommen. Du musst das Preis-/Leistungsverhältnis abwägen.  Wenn Du davon noch genauer Bescheid wissen möchtest, schreib es doch einfach in die Kommentare.

 

Tipp: Check doch mal die von mir verlinkten Quellen aus, dann kannst Du Dich vergewissern, worum es hier geht.


Quellenverzeichnis:

² – http://workshopernaehrung.de/biologische-wertigkeit/

³ – http://www.jssm.org/vol3/n2/1/v3n2-1pdf.pdf

²³ – http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/kollagen/36671

³² – http://www.zusatzstoffe-online.de/zusatzstoffe/305.e1200_polydextrose.html