Ich höre in letzter Zeit jobbedingt sehr viel Radio und denke deswegen oft über die Bedeutung von Nachrichten nach. Als jemand, der sich nicht als Experte in Sachen Medien und Journalismus versteht, ist mir aufgefallen, dass es pro Tag bei den Nachrichten der meisten Radiosender 3-4 Themen gibt. Diese werden über den Tag wiederholt gesendet und stammen wahrscheinlich aus dem Pool einer Nachrichtenagentur, was nicht unbedingt etwas schlechtes sein muss. An einem Tag waren das zum Beispiel Berichte über Sturmschäden, die politischen Zukunftspläne von Martin Schulz und die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie über Manipulation in der Bundesliga. Über jedes Thema wurde ca. 40 Sekunden berichtet.

Wer wählt diese Themen aus?

Es gibt doch bestimmt noch viele andere erwähnenswerte Dinge, über die berichtet werden müsste. Die Auswahl dieser Themen beeinflusst die öffentliche Meinungsbildung immens. Ich gehe davon aus, dass sich viele Menschen auch nicht umfangreicher informieren und dass diese Kurznachrichten deswegen ihre einzige Informationsquelle sind. Reicht das aus, um einen Eindruck vom Weltgeschehen zu bekommen?

Medien

Informationen, die man von verschiedenen Quellen bekommt, können sich auch widersprechen. Um zum Beispiel die Nachrichten von „RT Deutsch“ mit denen von anderen Nachrichtenanbietern zu vergleichen: Da werden bei RT die sogenannten Weißhelme, eine dem syrischen Zivilschutz gewidmete Freiwilligenorganisation, stark kritisiert, während eben diese von den populären Medien in Deutschland positiv dargestellt werden.

Wem kann man als normaler Bürger vertrauen? Ist es überhaupt möglich, sich über die Geschehnisse in Syrien zu informieren ohne vor Ort gewesen zu sein?

Natürlich ist RT auch ein Propagandasender, aber er vermittelt den Standpunkt von Russland im Weltgeschehen.

Fake-News

Ein anderes Thema, das an dieser Stelle erwähnt werden sollte, sind „Fake News“. Ich halte das für ein sehr ernst zunehmendes Problem, gerade in der Zeit von sozialen Medien. Man muss nur lange genug im Internet stöbern, dann findet man Nachrichten die jede Meinung untermauern. Dabei sollte doch die Berichterstattung das Bild von der Realität beeinflussen und nicht umgekehrt.

Über Donald Trump wird eigentlich schon genug geredet, aber ich finde seine Aussage: „Fake-News-Medien sind der Feind der (amerikanischen) Bevölkerung“ äußerst treffend, auch wenn er das wahrscheinlich anders gemeint hat.

Die Gesellschaft ist von den Medien abhängig.

Einerseits können sie ihr Freund sein, indem gnadenlos über Missstände berichtet wird. Andererseits kann aber auch sehr viel Schaden angerichtet werden, wenn zum Beispiel die Politik oder andere mächtige Parteien Einfluss auf die  Berichterstattung nehmen.

Diese Erkenntnis ist nichts Neues. Aber mir ist in letzter Zeit stärker bewusst geworden, dass die öffentliche Debatte bzw. die darin enthaltenen Meinungen und Argumente auf Informationen beruhen, die aus den Medien stammen. Ein Vertrauen in seriöse Informationsquellen ist meistens nicht falsch, aber dennoch sollte man sich immer bewusst sein, woher man etwas weiß.
Wenn schon die Informationen falsch sind, auf denen eine Meinung basiert, was ist diese dann noch wert?


Quellen:
http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-12/aleppo-syrien-massaker
https://deutsch.rt.com/kurzclips/44197-journalistin-zerlegt-in-mainstream-syrien/
https://twitter.com/realDonaldTrump/status/832708293516632065


Jonas Stettner